Ehrenamt, Kunst, Kultur und Historie in einer eindrucksvollen Symbiose

Der bereits in früheren Berichten gewürdigte außergewöhnliche Einsatz der ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins Glasmuseum Bad Driburg e.V. fand am vergangenen Sonntag seinen Höhepunkt in einer unvergesslichen Eröffnungsvernissage der Ausstellung „Schillernde Farbwunder – Fabelhafte Glaswelten“ von Otmar Alt. Der 85‑jährige Künstler ließ es sich nicht nehmen, persönlich an der Gestaltung der Feier mitzuwirken. Mehr als 70 geladene Gäste, das gesamte Museumsteam sowie die Vorstandsmitglieder des Fördervereins waren gekommen und erwarteten gespannt die Eröffnung dieser außergewöhnlichen Schau.




Würdigung des Ehrenamts und musikalischer Auftakt
In seiner Begrüßung stellte Josef Reckers, Vorsitzender des Fördervereins, die Musikpädagogin Joanne Bialek‑Tan vor, die mit dem „Instrument des Jahres 2026“, dem Akkordeon, die Veranstaltung virtuos musikalisch begleitete. Reckers dankte den 13 Mitgliedern des Museumsteams und den 6 Vorstandsmitgliedern ausdrücklich für ihren enormen Einsatz. Nur durch ihr Engagement sei es möglich gewesen, eine Ausstellung dieser Größenordnung zu realisieren. Ebenso würdigte er die großzügige Unterstützung der zahlreichen Sponsoren, ohne deren finanzielle Hilfe ein solches Projekt nicht zu stemmen gewesen wäre.


Er betonte, dass das Glasmuseum längst weit mehr sei als ein Ort der Glashistorie. Lesungen, Sonderführungen, Veranstaltungen und eine enge Schulkooperation hätten es zu einem lebendigen Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger gemacht. Die aktuelle Ausstellung sei zweifellos das größte ehrenamtlich realisierte Projekt in der 20‑jährigen Geschichte des Museums im Heinz‑Koch‑Haus.
Grußworte der Stadt und Einblicke in die Entstehung der Ausstellung
Auch Bürgermeister Tobias Tölle hob in seinen Grußworten das außergewöhnliche Engagement der Ehrenamtlichen hervor. Er erinnerte an die historische Bedeutung der Glasproduktion und des Glashandels für die Entwicklung Bad Driburgs und betonte, wie wichtig die museale Präsentation dieses kulturellen Erbes auch für den Tourismus sei.

Wie es zur Zusammenarbeit mit der Otmar Alt Stiftung kam, schilderte Michael Gäde in einem lebendigen Vortrag. Bereits 1999 hatte ihn eine Ausstellung mit Otmar – Alt Objekten in Freudenstadt nachhaltig beeindruckt. Als er 2025 von einer Otmar‑Alt‑Glasausstellung in Hamm erfuhr, war für ihn klar, dass er diese besuchen musste. Dort begegnete er der kompetenten und sympathischen Führerin Dr. Diana Lenz‑Weber – und wagte die Frage, ob eine gemeinsame Ausstellung in Bad Driburg denkbar sei. „und sie hat JA gesagt“

Einführung in Leben und Werk Otmar Alts
Dr. Diana Lenz‑Weber, Kuratorin der Otmar Alt Stiftung, gab anschließend einen Überblick über das Leben und Schaffen des 1940 in Wernigerode geborenen Künstlers. Otmar Alt ist Maler, Grafiker, Designer und Bildhauer. Sein Kunststudium in Berlin finanzierte er als Musiker. Früh faszinierte ihn das Material Glas. Die in Bad Driburg gezeigten farbintensiven Fantasiegestalten wurden von ihm entworfen und von spezialisierten Glasmachern in humorvolle, oft skurrile Mischwesen verwandelt.

Die rund 40 ausgestellten Objekte stammen überwiegend aus Privatbesitz und waren in dieser Zusammenstellung noch nie zu sehen. Die Figuren wirken, als seien sie direkt aus Otmar Alts farbstarken Gemälden in die Dreidimensionalität getreten. Dr. Lenz‑Weber ermutigte die Gäste, die Werke nicht nur zu betrachten, sondern „intensiv zu schauen“ – die sanfteste Form der Berührung eines Kunstwerks.
Mit großem Dank an das hochmotivierte und kompetente Ehrenamtsteam des Fördervereins schloss sie ihren Vortrag.

Eröffnung und Ausblick
Zum Abschluss dankte Josef Reckers erneut allen Beteiligten und zeigte sich überzeugt, dass sich die bereits sehr guten Besucherzahlen des Jahres 2025 – auch dank dieser Ausstellung – um weitere 20 Prozent steigen lassen. Dann bat er Otmar Alt, das rote Band zu durchtrennen. Die Gäste konnten es kaum erwarten, die Treppe zum ersten Stock zu erklimmen und die farbenprächtigen Glasobjekte „intensiv zu schauen“.





Öffnungszeiten der Ausstellung während der normalen Museums-Öffnungszeiten
Bis Oktober: Samstag und Sonntag, 14:00–17:00 Uhr
Ab November bis 30. Dezember: Samstag und Sonntag, 14:00–16:00 Uhr Der Eintritt ist frei – über eine Spende freuen wir uns sehr.


